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Endokrinologie

Glukokortikoide: Diagnose

Glukokortikoide

Physiologischer und pharmakologischer Hintergrund

Kortisol ist das physiologische Glukokortikoid der Nebennierenrinde. Die Tagesproduktion beträgt 8–25 mg, die Halbwertszeit 1–1½ Stunden. In pharmakologischer Dosierung finden Glukokortikoide aufgrund ihrer antiinflammatorischen, immunosuppressiven und antiallergischen Effekte sowie der Reduktion der Gefäßpermeabilität in fast allen Bereichen der Medizin breite Anwendung.

 

Diesen erwünschten Effekten stehen eine ganze Reihe von potenziellen Nebenwirkungen gegenüber: Flüssigkeitsretention, Gewichtszunahme, Hypertonie, Hypokaliämie, Haut- und Muskelatrophie, Vollmondgesicht, Büffelnacken, Stammfettsucht, Osteopenie, Osteoporose, Osteonekrose, neuropsychiatrische Symptome, Katarakt, Glaukom, gehäuftes Auftreten von Infektionen, gestörte Glukosetoleranz, Diabetes mellitus, Hyperlipidämie, Beeinträchtigung der Libido und Potenz sowie Nebenniereninsuffizienz nach Absetzen einer Therapie in pharmakologischer Dosierung.

 

Durch die synthetischen Glukokortikoide ist es zwar gelungen, Substanzen mit einer längeren Wirkungsdauer und im Vergleich zu Kortisol weniger starken Mineralokortikoid-Komponente herzustellen (dadurch geringeres Auftreten von Ödemen, Hypokaliämie und Hypertonie), hinsichtlich der anderen Nebenwirkungen weisen die synthetischen Glukokortikoide aber kaum Vorteile gegenüber Kortisol auf.

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Letztes Update:5 März, 2009 - 09:49